Die Knoblauchkröte
(Pelobates fuscus)
Aussehen und Biologie
Die Knoblauchkröte gehört zur Familie der Krötenfrösche; die Männchen sind bis 6,5 cm, die Weibchen bis 8 cm groß.
Alle Tiere haben auf der Oberseite große braune Flecken auf hellem Untergrund sowie eine relativ glatte Haut mit flachen, oft schwarzen oder rötlichen Warzen. Der Bauch ist meist schmutzig weiß bis beige.
Weitere Kennzeichen sind die senkrecht stehende Pupillen („Katzenaugen“) und die auffällig großen, hervorstehenden Augen mit gold-, orange oder kupferfarbener Iris. Zwischen den Augen haben die Kröten eine Kopfbeule (Buckel).
Die Hinterfüße sind vollständig mit Schwimmhäuten bedeckt und besitzen eine verhornte Grabkante vor der kleinsten Zehe.
Bei Männchen fehlt die charakteristische Schallblase.
Verhalten
Knoblauchkröten sind an warmes Klima und sandige Böden (Flachland, Flussniederungen, sandige Ackerbereiche) gebunden. Einzigartig unter den Amphibien sind einige ihrer Verhaltensweisen: Bei Gefahr gräbt sie sich blitzschnell rückwärts in den Untergrund ein. Gelingt ihr das nicht, so bläst sie sich auf, um größer zu wirken. In höchster Not springt sie ihre Gegner an, gibt dabei knarrende Töne und ein nach Knoblauch riechendes Sekret – daher auch der Name – von sich.
Tagsüber gräbt sie sich ein – auch die (lange) Winterruhe verbringt sie bis zu einem Meter tief im Boden.
Knoblauchkröten wurden bisher schon bis zu 2 km entfernt von ihren Laichgewässern beobachtet.
Die Kaulquappe der Knoblauchkröte neben der der Erdkröte
Laichzeit und Entwicklung
Die Laichzeit der Knoblauchkröten beginnt spät ab Ende März bei feuchtwarmem Wetter (wenn Erdkröten und Grasfrosch oft schon wieder ihren Laichplatz verlassen) und erstreckt sie sich bis Ende Mai, manchmal sogar bis Juli und August.
Laichgewässer sollte ganzjährig Wasser führen.
Der Lockruf der Männchen besteht – auch unter Wasser – aus einem in rascher Folge ausgestoßenen „wock - wock - wock“ bzw. Klang wie „k’lock - k’lock - k’lock“. Weibchen antworten mit einem grunzenden oder rauh kratzenden „tock - tock - tock“.
Alarmruf beider Geschlechter ist ein gellender Schrei, ähnlich dem eines Käuzchens.
Die mehrreihigen Laichschnüre bestehen aus ca. 1.000 Eiern und sind in der Regel 20 bis 30 cm, maximal 50 cm lang. Sie werden am Boden abgelegt oder um Wasserpflanzen gewickelt. Ein Einzelei ist zwölf bis 15 mm stark und grau oder braun gefärbt.
Die Kaulquappe ist mit mehr als zwölf cm (manchmal sogar bis zu 20 cm) Länge die größte der heimischen Amphibienarten. Häufig erstreckt sich ihre Entwicklung bis ins nächste Jahr: Nach der Überwinterung (frühestens im Juli) bildet sich der scharf-zugespitzte Schwanz, der ca. zwei Drittel der Körperlänge ausgemacht hat, zurück.
Die frisch metamorphosierte Jungkröte ist dann nur noch 3,5 bis 4,5 cm groß.
Rettung der Knoblauchkröte
Die Knoblauchkröte ist äußerst selten und wird aufgrund ihrer verborgenen Lebensweise kaum gesehen.
In Hessen sind nur ca. 30-35 Vorkommen dieser Amphibienart nachgewiesen. Bundesweit ist die Knoblauchkröte hochgradig vom Aussterben bedroht und wie alle heimischen Amphibien streng geschützt.
In DA-Arheilgen wurde der bisherige Lebensraum der Knoblauchkröte durch ein Neubaugebiet zerstört.
Nach intensivem Bemühen des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Landesverband Hessen e.V. erklärte sich die Wissenschaftsstadt Darmstadt bereit, der dort überraschend großen Population der Knoblauchkröte Ersatzlebensräume zu schaffen. Seit mehr als 15 Jahren helfen BUND-Mitglieder nun beim Umsiedeln von adulten (geschlechtsreifen, ausgewachsenen) Tieren, Laich und Kaulquappen vom alten in den neuen Lebensraum. Dies geschieht, mit der notwendigen behördlicher Genehmigung, in enger Zusammenarbeit mit einem ökologischen Fachbüro.
Eine umgesiedelte Larve im Teich
Zur Unterstützung der Umsiedlungsaktion werden die Larven (Kaulquappen) der Knoblauchkröte jährlich „hochgepäppelt“, um möglichst viele von ihnen – geschützt vor ihren natürlichen Fressfeinden – durch die ersten Stadien der Metamorphose zu bringen. Dabei darf der richtige Zeitpunkt des Auswilderns in ihr neues Gewässer nicht verpasst werden, damit sie von diesem noch geprägt werden können.
Aufgrund der Prägung der Alttiere auf ihren ursprünglichen Lebensraum werden diese Maßnahmen vermutlich noch auf Jahre hinaus notwendig sein.
Bereits im März 2008 wählte der Bundesverband des BUND dieses langfristige Projekt zum „Projekt des Monats“.
Unterstützen
Bei unserem Projekt zum Schutz der Knoblauchkröte brauchen wir Hilfe!
Helfen Sie im Frühjahr – meist im April, Mai und Juni – mit, den charakteristischen Laich zu identifizieren und anschließend in das Ersatzbiotop umzusiedeln.
Achtung: Der BUND Darmstadt verfügt für die Umsiedelung über eine spezielle Ausnahmegenehmigung der zuständigen
Naturschutzbehörde. Darum bei Interesse bitte beim BUND melden – nicht auf eigene Faust aktiv werden!
Zusätzlich zu den jährlichen Umsiedelungen muss der angelegte Ersatzteich gepflegt werden: Weiden, Pappeln und andere Gehölze versamen sich leicht und führen zu großer Beschattung. Deshalb müssen sie im Spätherbst (meist im September bis November), bei niedrigem Grundwasserstand, reduziert werden.