Warum wechseln?
Die großen Energiekonzerne setzen immer noch auf Kohlekraft. Der Treibhauseffekt schadet nicht nur der Umwelt, sondern auch uns selbst. Zeigen Sie den Konzernen, was Sie davon halten, und steigen Sie jetzt auf Ökostrom um!
Warum Ökostrom?
- Jede*r neue Ökostromkund*in entzieht der herkömmlichen Stromindustrie, die auf fossile Quellen setzt, Geld!
- Jeder Haushalt, der auf sauberen Strom umsteigt, trägt dazu bei, klimazerstörenden Kohlestrom vom Markt zu verdrängen! Kohlekraftwerke werden überflüssig und können abgeschaltet werden.
- Mit dem Kauf von Ökostrom werden vielerorts regenerative Anlagen zur Energiegewinnung aus Sonne, Wind, Wasser, Biomasse und Erdwärme finanziert und neu gebaut.
- Wer bei lokalen Anbietern Ökostrom kauft, stärkt die Wirtschaft in der eigenen Region und schafft dort Arbeitsplätze mit Zukunft.
- Jeder Mensch, der zu einem Ökostromanbieter wechselt, demonstriert damit, dass er einen Wechsel in der Art der Stromerzeugung fordert. Dadurch haben Umweltschutzorganisationen und Politiker*innen, die sich für die Umwelt einsetzen, mehr Rückhalt und können Umweltinteressen in größerem Umfang bzw. mit einer größeren Wahrscheinlichkeit durchsetzen.
Was ist Ökostrom?
Als ökologisch kann Strom nur dann gelten, wenn er mindestens zur Hälfte aus den erneuerbaren Energiequellen Sonne, Wind, Wasser, Biomasse und Erdwärme gewonnen wird.
Die zweite Hälfte darf zwar aus fossilen Energien stammen – allerdings nur, wenn diese effizient in Strom umgewandelt werden und gleichzeitig die entstehende Wärme beispielsweise zu Heizzwecken genutzt wird (sog. Kraft-Wärme-Kopplung).
Natürlich gilt: Je höher der Anteil erneuerbarer Energien, desto besser für die Umwelt. Ein sinnvoller Aspekt bei der Wahl des Ökostrom-Anbieters ist, dass möglichst hohe Investitionen in neue regenerative Anlagen getätigt werden. Das sorgt dafür, dass immer mehr Ökostrom erzeugt wird. Ein weiteres wichtiges Kriterium ist die dezentrale Stromerzeugung. Diese ist umweltfreundlich und schafft vor Ort Arbeitsplätze.
Selbstverständlich hat die Atomkraft bei ökologischem Strom nichts zu suchen. Daher sollten Sie zusätzlich darauf achten, dass der Anbieter nicht mit Atomkonzernen verbandelt ist.
Da es nicht leicht ist, die vielen Angebote unter ökologischen Gesichtspunkten zu bewerten, haben unabhängige Institutionen verschiedene Gütezeichen entwickelt. Der BUND empfiehlt besonders das Grüner Strom Label: Dieses legt die strengsten Kriterien fest.
Grüner Strom Label
Die meisten Stromanbieter haben heutzutage Ökostromangebote in ihrer Angebotspalette. Im Hinblick auf den Umweltnutzen weisen diese Stromangebote jedoch deutliche Unterschiede auf.
Der wichtigste Anhaltspunkt für ein Stromangebot mit Umweltnutzen ist die Neuanlagenförderung, denn lediglich über die Ausweitung der Nutzung Erneuerbarer Energien kommen wir der Energiewende einen Schritt näher. Viele Ökostromangebote beruhen jedoch ausschließlich auf Strom aus Altanlagen auf Basis Erneuerbarer Energien. Der Umweltnutzen von Ökostromangeboten ohne „Neubaugarantie“ von Stromerzeugungsanlagen auf Basis Erneuerbarer Energien ist demzufolge fragwürdig:
Handelt es sich um Strom aus Altanlagen im Inland, werden Strommengen, die vorher für die Stromversorgung aller Stromkunden eingesetzt wurden, nun speziell über den Ökostromtarif vermarktet. Die Stromkunden mit einem herkömmlichen Stromtarif erhalten dementsprechend weniger Ökostrom. Am allgemeinen Strommix in der Bundesrepublik ändert sich dadurch in der Regel nichts.
Handelt es sich dagegen um Strom aus Altanlagen im Ausland, stehen dort diese Strommengen nicht mehr zur Verfügung. Der Strommix in der BRD ändert sich entsprechend der aus dem Ausland zugekauften Strommengen. Es bleibt allerdings offen, ob das fehlende Angebot im Ausland durch Strommengen auf Basis fossil-atomarer oder erneuerbarer Energieträger ersetzt wird. Wenn Wasserkraft beispielsweise von Schweden nach Deutschland verschoben wird, dann haben die Schweden weniger Ökostrom in ihrem Strommix und der direkte Umweltnutzen ist gleich null.
Im Fall von Ökostromangeboten auf Basis von Zertifikaten des „Renewable Energy Certificate System“ (RECS) kommt es zu keiner expliziten Neuanlagenförderung. Bei RECS-Zertifikaten erhält der Betreiber der zertifizierten Anlage lediglich einen geringen Zusatzerlös, der aus dem Verkauf der Zertifikate erzielt wird. Der weitaus größere Betrag fließt an die Betreiber der konventionellen Kraftwerke, da die physische Stromlieferung in der Regel aus konventionellen Kraftwerken erfolgt. Die RECS-Zertifizierung ist eine preiswerte Methode, Strom grün einzufärben. RECS ist dementsprechend das bevorzugte System zur „Förderung“ Erneuerbarer Energien der großen Oligopolisten auf dem deutschen Strommarkt: Vorstandsvorsitzender und Stellvertreter von RECS Deutschland e.V. sind etwa Vertreter von Vattenfall und E.ON.
Ökostromlabel geben den Endverbrauchern wichtige Entscheidungshilfen in dieser unübersichtlichen Situation auf dem Strommarkt. Das „Grüner Strom Label“ (GSL) erhalten ausschließlich solche Stromangebote, die den Neubau von Stromerzeugungsanlagen auf Basis Erneuerbarer Energien beinhalten. Das Label gibt den Endverbrauchern die Garantie, dass sie einen aktiven Beitrag zur Energiewende und zum Klimaschutz leisten. Mit dem Bezug von Ökostrom, der mit dem Grüner Strom Label zertifiziert ist, gibt jeder Endverbraucher einen zusätzlichen Wachstumsimpuls, da von jeder verkauften Kilowattstunde mindestens 1 ct in den Aufbau von Neuanlagen zur Nutzung Erneuerbarer Energien investiert wird.
Mehr Informationen auf der Internetseite des GSL: www.gruenerstromlabel.de
FAQ
Kann ich jederzeit meinem alten Stromlieferanten kündigen?
Ja. Sie können jederzeit Ihrem alten Anbieter unter Berücksichtiung der Fristen kündigen und zu einem neuen Anbieter wechseln.
Kann jede*r zu einem Ökostromanbieter wechseln?
Ja, jede*r kann wechseln und zwar im ganzen Bundesgebiet. Für den Wechsel ist es egal, ob Sie Privat- oder Geschäftskund*in sind, zur Miete wohnen oder ein Haus besitzen.
Auch als Mieter*in kann man problemlos wechseln, wenn man einen eigenen Stromzähler hat, d. h. einen seperaten Vertrag mit einem Stromanbieter. Über den Wechsel Ihres Versorgers müssen Sie Ihre*n Vermieter*in nicht informieren.
Wie wechsle ich von meinem bisherigen Stromversorger zu einem Ökostromanbieter?
Einfach beim Ökostromanbieter anmelden: Das können Sie Online, per Telefon oder per Post machen. Den Vertrag können sie sich über die Internet-Seite des Anbieters selbst ausdrucken oder telefonisch anfordern. Den fertig ausgefüllten Vertrag senden Sie mit einer Kopie Ihrer letzten Stromrechnung (Vor- und Rückseite) Ihrem zukünftigen Stromanbieter zu.
Der neue Anbieter kümmert sich dann um den Rest, wie zum Beispiel die Kündigung des alten Anbieters.
Muss ich meinem bisherigen Versorger kündigen, um zu einem Ökostromanbieter zu wechseln?
Nein, Ihr neuer Stromlieferant erledigt alle Formalitäten mit Ihrem jetzigen Lieferanten. Der neue Anbieter kündigt auch bei Ihrem bisherigen Anbieter. Bei Ihnen sind keinerlei technische Änderungen oder Installationen notwendig. Sobald alle Formalitäten erledigt sind, werden Sie schriftlich benachrichtigt. Die Stromlieferung wird zu keinem Zeitpunkt unterbrochen.
Was ist beim Umzug zu beachten?
Da der Wechsel des Stromversorgers vier bis acht Wochen dauert, sollten Sie sich beim Umzug frühzeitig um einen Stromversorger für Ihre neue Wohnung kümmern. Sobald Sie in der neuen Wohnung erstmals Strom verbrauchen, haben Sie automatisch einen Vertrag mit dem örtlichen Versorger geschlossen, den Sie aber mit einer Frist von vier Wochen zum Monatsende jederzeit wieder kündigen können.
Bundesweite Stromversorger beliefern auch Ihre neue Wohnung, wenn Sie vor Ihrem Umzug Ihrem Stromversorger rechtzeitig Bescheid geben.
Ist Ökostrom nicht sehr teuer?
Ein Vergleich zwischen konventionellen und Ökostromanbietern lohnt sich. Denn der Preisunterschied ist nicht mehr so groß: In den letzten Jahren ist der Strom konventioneller Anbieter stark gestiegen, die Angebote einiger Öko-Anbieter sind jedoch sehr preisstabil.
Durch den bewussten Umgang mit Strom können zudem viele Euro pro Jahr gespart werden. Hier ein paar Tipps, um Stromfresser aufzuspüren und auszuschalten:
- Energiesparlampen einsetzen
- Stand-by-Betrieb vermeiden. Viele Geräte können nicht mehr ganz ausgeschaltet werden – Steckerleisten mit Schalter schaffen Abhilfe
- niedrigere Temperatur bei Durchlauferhitzern und Boilern einstellen
- zum Heizen keine Heizlüfter verwenden
- beim Neukauf energiesparende Geräte kaufen
Von wem bekomme ich in Zukunft meine Rechnung?
Wie gewohnt werden monatliche Abschlagszahlungen von Ihrem Konto abgebucht. Der örtliche Netzbetreiber liest jährlich den Zählerstand ab und übermittelt die Daten an Ihren neuen Stromlieferanten. Dieser erstellt Ihnen dann eine Abrechnung, die Verbrauch, Netzgebühr und Vorauszahlungen berücksichtigt. Ihre gesamte Stromrechnung kommt somit vom neuen Anbieter.
Wer ist künftig für Wartung und Ablesen des Zählers zuständig?
Ihr lokaler Netzbetreiber kümmert sich weiterhin um alle technischen Fragen. Das gilt auch für das Ablesen und Warten des Zählers.
Was passiert, wenn mein neuer Stromanbieter Pleite macht?
Ihr ursprünglicher Stromanbieter ist rechtlich gezwungen, aus welchen Gründen Sie sich auch immer umentschieden hatten, Sie jederzeit wieder mit Strom zu beliefern.