Kreisverband Darmstadt
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Ein Mauulwurfsjahr in Bildern

Eigentlich sehen wir nur die Haufen, die er macht in Wiesen, Parks, Gärten. Es sind Haufen aus gelber, roter, brauner, grauer oder schwarzer Erde. Er liebt krümelige, lockere Erde, Erde, die lebendig ist, in der viele Tiere leben. Aber wo bleibt der Maulwurf selbst? Das wollen wir in diesem Jahr beobachten.

Frühling

März

gezeichneter Maulwurf, der aus der Erde herauskommt

Der Maulwurf hat breite, kräftige Schaufelhände mit langen, scharfen Krallen. Damit kann er in der Erde wunderbar graben, kratzen und scharren. In lockeren, weichen und etwas feuchten Böden gräbt er am liebsten. Hier gibt es die fettesten Regenwürmer – ein Leckerbissen.

April

gezeichnete Maulwürfe im Erdbau

Der Maulwurf ist ein Einzelgänger. Jeder hat sein eigenes Revier. Nur im Frühling kommen das Maulwurfmännchen und Weibchen zusammen und feiern Hochzeit. Danach trennen sie sich wieder und jeder geht seinen eigenen Weg. So ist das bei Maulwürfen nun mal.

Mai

gezeichnete Maulwurfbabys im Gras

Ende April, Anfang Mai bringt die Maulwurfmutter ihre Jungen zur Welt, mal sind es drei, mal fünf. Sie säugt sie und kümmert sich ganz allein um sie. Nach fünf Wochen sind die Jungen selbständig und verlassen das Nest. Das Nest liegt unter dem dicksten Maulwurfhaufen an der tiefsten Stelle, etwa einen halben Meter unter der Erde. Es ist ein kleiner runder Kessel. Die Maulwurfmutter hat es mit Moos, Blättern, Gräsern und feinen Wurzeln gemütlich ausgepolstert.

Sommer

Juni

gezeichneter Maulwurf mit Wurm in der Erde

Die Augen des Maulwurfs sind nur stecknadelgroß. Er kann kaum sehen, aber unter der Erde ist es ohnehin dunkel. Dafür kann der Maulwurf umso besser hören, riechen und fühlen. Mit seinem empfindlichen Nasenrüssel und den feinen Barthärchen schnuppert und tastet er in den Gängen nach allem, was kriecht und krabbelt und sich in der Erde versteckt hat.

Juli

gezeichneter Maulwurf im Bau mit Würmern und Insekten

Der Maulwurf frisst eine Menge an Bodentieren. Das sind Ohrwürmer, Asseln, Tausendfüßler, Raupen, Drahtwürmer, Schnecken, Schneckeneier, Ameisen, Spinnen, Fliegen- und Mückenlarven und junge Mäuse. Als Insektenfresser hat er gute scharfe Zähne. Damit kann er die harten Panzer von Käfern und Insektenpuppen ratz, fatz aufknacken.

August

gezeichnetes Wiesel vor einem Bau

Der Maulwurf kommt ganz selten an die Erdoberfläche. Oben ist es auch viel zu gefährlich. Da lauern seine Fressfeinde auf ihn – der Bussard, die Falken, Eulen und Raben. Das kleine Mauswiesel verfolgt ihn sogar unter der Erde. Aber der Maulwurf hat so seine Tricks, um ihm zu entkommen. Schließlich kennt er sich in dem unterirdischen Dschungel an Gängen noch am besten aus.

Herbst

September

gezeichneter Querschnitt eines Maulwurfsbaus

Der Maulwurf ist ein großartiger Tunnelbauer. Alle Wege in seinem Revier zusammen sind gut und gern einen halben Kilometer lang. Von den Maulwurfshügeln aus hat er knapp unter der Erde Jagdgänge gegraben, die er mit kurzen und längeren Röhren zu einem großen Wegenetz verbunden hat. Von den Jagdgängen aus laufen Wege zu einem Rundgang, der über seinem Nestkessel liegt. Der Rundgang ist wie ein Hausflur. Von hier aus führen ein paar Röhren schräg herunter in den Kessel und in die Vorratskammer.

Oktober

gezeichneter grabender Maulwurf in der Erde

Der Maulwurf lockert die Erde mit seinen kräftigen Vorderfüßen, schiebt sie weg und wirft sie mit scharrenden Füßen hinter sich. Ist die Erde locker genug, bohrt er sich drehend und wühlend in das Erdreich hinein. Die lose Erde in den Gängen drückt er mit seinem ganzen Körper rundum fest an die Wände. So ein Maulwurf hat das ganze Jahr über genug zu tun. Er bringt alle Wege in Ordnung. Er baut neue Tunnel, wenn er nicht mehr genug zu Fressen findet. Er muss schnellstens neue Notausgänge bauen, wenn Schafe, Rinder, Gärtner, Bauern oder Golfer seine Erdhügel platt gestampft haben. Eigentlich sollte sich jeder Gärtner über den Maulwurf freuen. Er verputzt eine Menge Insekten, die seinem Gemüse schaden können.

November

gezeichneter Maulwurf, der einen Wurmvorrat anlegt

Der Maulwurf legt im Herbst Vorräte für den Winter an. Er sammelt Regenwürmer, die er zuvor mit einem Biss gelähmt hat, und trägt sie in seine Vorratskammer.

Winter

Dezember

gezeichneter schlafender Maulwurf

In seinem Nestkessel tief unter der Erde fühlt sich der Maulwurf vor Feinden sicher. Hier ruht er sich von seiner anstrengenden Arbeit aus und geht schlafen.

Januar

gezeichneter Maulwurf, der im Schnee in Erdhaufen wühlt

Der Maulwurf arbeitet den ganzen Winter durch. Er lebt unter der Erde und hat dort ein weitverzweigtes Netz an Lauf- und Jagdgängen gegraben. Wenn er hungrig ist, läuft er durch sein Revier und macht Jagd auf Bodentiere. Bei Frost muss er oft tiefer graben, um Beute zu finden.

Februar

gezeichneter Maulwurf

Der Maulwurf ist etwas kleiner als ein Goldhamster. Er hat einen rundlichen Körper mit kräftigen Muskeln. Sein samtweiches Fell schimmert blauschwarz. Es ist kurz und dicht behaart – so bleiben bei der Wühlarbeit keine Erdkrümel hängen. Die Augen und Ohren liegen geschützt im Fell.

Quellen: „Hase, Fuchs und Igel“ von Detlef Singer, Kosmos Naturführer & „Das Tier“ von W. Heiligmann, H. Janus und H. Länge, Ernst Klett Verlag, Stuttgart • alle Rechte bei gnapi essen

Text und Abbildungen wurden mit freundlicher Genehmigung der BUND Kreisgruppe Essen übernommen.

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