Vögel füttern – aber richtig
Sperling im Schneesturm
Wer im Winter im eigenen Garten Vögel beobachten und diese gerne füttern möchte, sollte zum Wohl der Tiere einige Regeln beachten:
- Futter erst bei einer dauerhaft geschlossenen Schneedecke und anhaltendem Frost ausstreuen – also wenn die natürlichen Nahrungsquellen für Vögel knapp werden
- auf einen sauberen und trockenen Futterplatz achten
- Futter auf mehrere kleine Futterstellen verteilen – so haben auch schwache Tiere eine Chance
- ideale Fütterungszeiten: frühmorgens und ca. zwei Stunden vor der Dämmerung
- keine Speisereste (auch kein altes Brot) verfüttern: diese können zum Tod führen!
- geeignetes Futter sind beispielsweise Sonnenblumenkerne, Hanf, Hirse, Getreidekörner, Haferflocken oder auch Obst, Rosinen und Wildbeeren
- am besten im Herbst natürliches Vogelfutter sammeln – dies vermeidet unnötige Verpackung und Transportwege und verhindert die Verbreitung der Ambrosia-Pflanze (so genannte Asthma-Pflanze), deren Samen häufig in billigem importierten Vogelfutter zu finden sind
- insbesondere bei hohem Schnee an die Eulen und Greifvögel denken: in der freien Feldflur oder am Waldrand ein bis zwei Quadratmeter Fläche schneefrei räumen und Körner oder Druschabfälle ausstreuen, um Mäuse anzulocken
In Maßen ist Vogelfüttern im Winter vertretbar
Weitere Informationen und Tipps auf der Seite der Ökostation Freiburg:
https://www.oekostation.de/de/tipps/winterfuetterung.htm#Winterf%C3%BCtterung
Sinnvolle Alternativen zur Winterfütterung
Der starke Rückgang vieler Vogelarten ist auf die Vernichtung bzw. drastische Verschlechterung ihrer Lebensräume zurückzuführen.
Doch nur naturnahe oder extensiv genutzte Flächen bieten den bei uns überwinternden Vögeln genügend Nahrung. Diese besteht aus Samen von Wildkräutern, Früchten von heimischen Gehölzen sowie Insekten, deren Eier und Larven in der Rinde alter Bäume oder in hohlen Pflanzenstängeln überwintern.
Die sinnvollere Alternative zur künstlichen Fütterung ist darum, den eigenen Garten vogelschutztauglich zu gestalten. Dazu gehört beispielsweise:
- auf Pestizide und sonstige Gifte verzichten
- Gartenstauden im Herbst stehenlassen
- Komposthaufen anlegen
- Laub möglichst liegenlassen, auf Beeten und unter Gehölz verteilen, aufschichten oder kompostieren
In derart angelegten Gärten überwintern viele Insekten und Spinnen, die den Vögeln als Nahrung dienen. Außerdem bieten etwa Laub- und Komposthaufen für einige Vogelarten hervorragende Brutplätze.
Engagement des BUND
Rebhühner im Schnee. Sie gelten in
Deutschland als stark gefährdet.
Der Verlust an Landschaftsformen mit abwechslungsreichen Getreideäckern, Wiesen, Hecken, Sträuchern und Streuobstflächen gefährdet mittlerweile über die Hälfte unserer Vogelarten. Jede zehnte droht in Deutschland sogar ganz auszusterben. Seit langem machen es durch Beton und Asphalt versiegelte Flächen unseren gefiederten Freunden immer schwerer, geeigneten Unterschlupf und Brutplätze zu finden. Zudem werden die wichtigsten Nahrungsquellen vieler Vogelarten – Feldgehölze und wilde Randstreifen – zunehmend entfernt, um die Äcker mit noch größeren Maschinen bearbeiten zu können.
Doch gerade im Winter, wenn Frost und Schnee die Futtersuche am Boden unmöglich machen, können diese Nahrungspflanzen für Feldlerche, Sperling, Rebhuhn und co. den Unterschied zwischen Hungertod und Überleben ausmachen. Deshalb hat es sich der BUND zur Aufgabe gemacht, in ganz Deutschland dringend benötigte "Artenschutzinseln" zu schaffen, die auch für Vögel in Not die Rettung sein können. Dort finden sie geeignete Brutplätze und selbst in strengen Wintern noch Nahrung.
Seit vielen Jahren greifen BUND-Aktive überall in Deutschland zu Hacke und Spaten, um Hecken, Sträucher und Bäume zu pflanzen. Darüber hinaus verwirklichen einige Städte und Gemeinden auf Initiative und mit Hilfe des BUND eigene Pflanz- und Renaturierungsprogramme.
So entstanden in den letzten 25 Jahren zwischen Arheilgen und Wixhausen auf Anregungen des BUND Hecken- und Ruderalstreifen, die in das städtische Programm "Renaturierung von Flurgräben in Arheilgen und Wixhausen" einflossen und zuvor mit den ansässigen landwirtschaftlichen Betrieben abgestimmt wurden.
In Planung ist beim BUND Darmstadt noch immer eine Wildobsthecke auf dem Oberfeld und die Anlage eines Nauturerlebnisrandes an einem Neubaugebiet (siehe umweltfairbund 4-2010 / Insektenhotel). Leider braucht das neben Geld auch viel Zeit, bis die Planung abgestimmt und dann umgesetzt werden kann.