Kreisverband Darmstadt
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Frösche und Kröten tragen

zwei Kröten auf einer Hand Rettungsaktion 2021

In jedem Frühjahr werden Helfer*innen gesucht, die den geschützten Tieren „über die Straße helfen“, wenn sie auf dem Hin- oder Rückweg von ihrem Laichgewässer sind.
Je nach Witterung kann ab Anfang Februar oder auch erst ab März die Frühjahrswanderung der heimischen Amphibien beginnen. Erdkröten und Molche sind an verschiedenen Straßen in Darmstadt vom Überfahrenwerden bedroht, wenn wir ihnen nicht helfen. Normalerweise ist Ende April die Laichwanderung abgeschlossen.

Die dämmerungs- und nachtaktiven Tiere fallen in Kästen und Eimer. Die Tiere werden aus den Fangkästen und Fangeimern in der Regel abends und morgens entnommen und in den neuen Ersatzteich umgesetzt, wo sie ablaichen und danach in ihre alten/ neuen Landlebensräume zurückkehren können.
Die Eimern und Kästen müssen morgens und abends kontrolliert werden: Auch, um sicherzustellen, dass genügend Versteckmaterial und Feuchtigkeit für warme Tage (Blätter, Schwamm) und der für Eidechsen und Kleintiere wichtige Stock in den Eimern sind. Bei trockenem und dann zunehmend warmen Wetter müssen die Schwämme nachbefeuchtet werden.

Die geretteten Tiere werden bestimmt und gezählt.
Besondere Vorkenntnisse sind jedoch nicht erforderlich. Ein Grundwissen über die vorkommenden Amphibien und ihre Lebensweise wird gegeben, ebenso wie eine genaue Anweisung, wie die Tiere zu behandeln und für die Statistik zu erfassen sind.

Der Zeitaufwand pro Kontrollgang beträgt ungefähr eine Stunde, an einigen Tagen mit hohem Wanderungsaufkommen auch mehr.
Gerätschaften und Hilfsmittel wie Eimer, Warnweste, Handschuhe etc. werden bei Bedarf gestellt.

Aktiv werden

Mail an Brigitte Martin: brigitte.martin@bund.net

Der Beginn der Sammelsaison wird per E-Mail kommuniziert und koordiniert. Bitten Sie um Aufnahme in die Verteilerliste und schreiben Sie am besten dazu, an welchen Tagen Sie verfügbar sind (gesammelt wird in der Regel morgens vor 10 Uhr und abends ab 21-22 Uhr). Die Koordinierung ist wichtig, um eine regelmäßige Kontrolle der Fanggefäße sicherzustellen.

Die Einweisung der Helfer*innen erfolgt vor Ort.

 

Einsatzort: Mahatma-Gandhi-Straße/ verlängerte Bergschneise (Bereich ehemalige Panzerwaschanlage)

Kröten im Auffanggefäß

Hier ist noch echte Handarbeit wie in den Pioniertagen des Krötenschutzes angesagt:
Neben Erdkröten wandern Teichmolche und Bergmolche zu ihrem (ehemaligen, nicht mehr existierenden) Laichgewässer in der ehemaligen Panzerwaschanlage auf dem Gelände der ehemaligen Kelley Barracks und wollen dabei die Straße queren.
Sie müssen zu dem einige hundert Meter entfernten, hierfür angelegten Ersatzteich gebracht werden. Nach erfolgreicher Umsiedlung wandert der Nachwuchs automatisch zum neuen Teich.

 

 


Treffpunkt

Öffentliche Verkehrsmittel: Haltestelle Hilpertstraße des K-Bus
Parkmöglichkeit: kurz vor dem Ende der Hilpertstraße am Waldrand (etwa Einfahrt zur Sabine-Ball-Schule, Hilpertstraße 24

Von dort in den Wald gehen, bis zur ersten Fußweg-Kreuzung. Hier den Weg mit Splittbelag (die „Bergschneise“) nach links nehmen.  Ab hier sind es nur wenige Schritte zum Teich (der Einstieg zum Trampelpfad ist mit „Amphibienschutzgebiet“ gekennzeichnet). Gut 300 bis 400 m weiter, der Bergschneise folgend, kommt man gefahrlos zum Beginn des Zauns.

Ausschnitt des Stadtplans mit dem Gelände: Stadtatlas.pdf

Wartung der Zäune

Gesucht werden in jedem Frühjahr bis in den Sommer hinein Helfer*innen für die Leitzaunbetreuung und den Bau von zeitweisen Zaunverlängerungen für verschiedene Straßen in Darmstadt.

Zaunpflege findet am besten im Herbst statt: im September oder Oktober, wenn die Tierwelt sich noch nicht zur Winterruhe begibt, aber die Brut- und Setzzeit vorüber ist (nach der Ausschlussfrist des Naturschutzgesetzes dürfen zudem im Zeitraum vom 1. März bis 31. August im Außenbereich keine Gehölzschnittarbeiten durchgeführt werden).
Der Zaun muss dann freigeschnitten werden, um die Lauffläche für die Tiere wieder durchgängig zu machen. Dies betrifft Brombeerranken, Gehölze sowie größere Stauden und Gräser.

Der Zeitaufwand beträgt je nach Anzahl der Helfer*innen vier bis zwölf Stunden.
Werkzeug wird gestellt, empfehlenswert ist robuste Kleidung. Die freischeidende Person und Menschen in unmittelbarer Nähe müssen Sicherheitsausrüstung (Kopf- mit integriertem Augenschutz, Hörschutz, Sicherheitsschuhwerk etc.) tragen.

 

Einsatzorte:

Kontakt für Zaunarbeiten

Reinhold Martin
martin.darmstadt(at)web.de
Tel.: 06151 37931
 

Mahatma-Gandhi-Straße/ verlängerte Bergschneise (Bereich ehemalige Panzerwaschanlage)

Vor Beginn der Wanderungssaison muss der temporäre Zaun aufgebaut und auf „Krötendichtheit“ überprüft werden. Auch muss der Zugang zum Waldweg Stadtschneise mit einem Balken abgesperrt werden, damit Tiere, die den bequemen Weg entlang Richtung Straße wandern, nicht dorthin gelangen.
Radfahrer*innen und Spaziergänger*innen müssen in diesen Wochen darübersteigen oder den Weg Nr. 1-Schneise nebenan benutzen. Auch hier wird die Laufspur der Kröten auf der der Straße abgewandten Seite des Zauns freigeschnitten, um die Wanderung zu den Fanggefäßen zu erleichtern.

Arheilgen: Weiterstädter Landstraße am Storckebrünnchen

Vor allem Erdkröten müssen die Weiterstädter Landstraße queren, um zu ihrem Laichgewässer zu kommen.
Es besteht seit den 1980er Jahren – damals die erste orstfeste Krötentunnelanlage in Hessen – eine ständig ausgebaute und verbesserte ortsfeste Leitanlage mit mehreren Unterquerungsmöglichkeiten und Leitrosten auf den wichigsten Zufahrtswegen. Andere Wege werden während der Laichwanderung „krötendicht“ abgesperrt. Die Krötenpopulation wuchs in dieser Zeit von einigen hundert Tieren auf einige tausend – entsprechend verlängerte sich die Querungslänge über die Weiterstädter Landstraße. Im Februar 2010 wurde eine weitere Querung mit Hilfe der Stadt Weiterstadt eingebaut.

Vor Beginn der Wanderungssaison muss längs der beidseitigen Zäune nachgeschaut werden, ob sich zuviel Gestrüpp in der Laufspur straßenabwärts gewandt entwickelt hat. Dieses muss zurückgeschnitten werden, damit die Erdkröten ungestört von Hindernissen am Zaun zum Durchlass geleitet werden und nicht unterwegs darüberklettern.
Außerdem muss kontrolliert werden, ob die Leitzäune noch „krötendicht“ sind oder ob Nachbesserungen (wie kleine Erdanschüttungen, Elemente austauschen) gemacht werden müssen.

Kranichstein: Parkstraße

Auch hier müssen vor allem Erdkröten die Parkstraße queren, um zu ihrem Laichgewässer zu kommen.

Dort wurde von der Stadt eine vorbildliche – nach neuesten Erkenntnissen von einem vom BUND empfohlenen Fachbüro geplanten – feste Anlage gebaut. Diese steht für die Laichwanderung der Alt-Tiere, deren Rückwanderung in die Landlebensräume und die Wanderung der Jungtiere (je nach Witterung ab Mitte Juni/ Juli) zur Verfügung.

Es müssen lediglich sporadisch Kontrollen vorgenommen werden, ob eventuell eine Lücke im Zaun entstand oder es zu sonstigen Beschädigungen im Laufe des Jahres kam.

Krötenteich pflegen

Foto des Teich-Geländes

Das künstliche Ersatz-Laichgewässer für Erdkröten, Teich- und Bergmolche an der Bergscheise bedarf regelmäßiger Pflegearbeiten: Die Ufer des künstlichen Teichs müssen von Gehölzsämlingen (insbesondere Weide, Pappel) befreit werden, um Abdichtung und Folie zu schützen und dem Teich nicht zuviel Licht zu rauben.


Werkzeug wie Pfahlwurzelstecher, Spaten, Grabegabel, Handschaufel etc. wird gestellt. 
Der Zeitaufwand schwankt je nach Anzahl der Helfer*innen zwischen zwei und acht Stunden pro Einsatz, der zwei Mal jährlich nötig ist.

Bevorzugt im Herbst – September bis Anfang November – bei niedrigem Wasserstand sollte zudem das Schilf am und im Teich zurückgeschnitten werden (mit Freischneider und/ oder Heidesense).
Hierzu ist ein gesonderter Arbeitseinsatz mit Arbeitsschutzkleidung von 8 bis 20 Stunden jährlich notwendig.

Kontakt für Arbeiten am Teich

Reinhold Martin
martin.darmstadt(at)web.de
Tel.: 06151 37931

Arbeiten rund ums Jahr

Nicht nur im Frühjahr, während der Laichwanderung der Amphibien, sondern auch im Spätsommer und Herbst bis in den Winter hinein gibt es an Zaun und Teich immer etwas zu tun.

Viele Arbeiten können auch einzeln oder zu zweit ausgeführt werden:

  • Zäune flicken, Eimer und Fanggefäße eingraben – insbesondere im frühen Frühjahr vor der Laichwanderung
  • Wegrechen von Laub vor und hinter dem Zaun, ebenfalls im zeitigen Frühjahr (Anfang/ Mitte Februar). 
  • Pflegen der Tümpel
  • Mähen von Schilf im Teichbereich sowie des Wiesenstreifens um den Teich (um Gehölzaufwuchs zu kontrollieren und die Fläche für erdbewohnende Wildbienen attraktiv zu halten)
  • das ganze Jahr über müssen auch Gehölzsämlinge rund um den Teich entfernt werden (mit Unkrautstecher und Handschaufel)
  • Herbst: Zurückschneiden des Brombeergebüschs am Teich
  • schlussendlich muss das Schnittgut der verschiedenen Arbeiten von der Fläche gebracht werden

Antrag auf Helferzugang zum internen Koordinationsbereich

 Schreiben Sie bitte eine Mail mit Ihrem Namen, Ihrer Mail-Adresse und Ihrer Telefonnummer an:

Brigitte Martin
Mail: brigitte.martin(at)bund.net

Exkursionen und Vorträge

zwei Kröten auf einer Hand

Der BUND Darmstadt bietet verschiedene Möglichkeiten an, sich mit Kröten, Fröschen, Molchen, Unken oder Salamandern bekannt zu machen. Angeboten werden können (nach Vereinbarung) Exkursionen oder Vorträge zu „Amphibien in Darmstadt und Umgebung“ oder zum Artenschutzprojekt „Die Knoblauchkröte in Darmstadt-Arheilgen“.

Die Exkursionen finden in der Regel von Februar bis April während der alljährlichen Laichwanderung der Amphibien statt.
Gezeigt werden Schutzeinrichtungen an Straßen mit Erläuterungen zu Biologie, Lebensraum und Lebensweise der dort vorkommenden Amphibien sowie speziellen Besonderheiten des jeweiligen Gebietes. Im Fokus stehen weiterhin Schutz und richtiger Umgang mit den Tieren in ihren verschiedenen Stadien.

Vorträge finden das ganze Jahr über statt und vermitteln gleiche Inhalte wie die Exkursionen.

Für Gruppen zwischen ca. zehn und 25 Personen – egal ob Kinder, Jugendliche und/ oder Erwachsene – können Zusatztermine vereinbart werden. Sprechen Sie uns an!

 

Kontakt

Brigitte Martin
Mail: brigitte.martin@bund.net
Tel.: 06151 37931

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