Kreisverband Darmstadt
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Nistkästen für Vögel und Fledermäuse

Nistkästen bauen mit dem BUND

Künstliche Nisthilfen sind da sinnvoll, wo Höhlenbrütern Naturhöhlen fehlen, weil alte und morsche Bäume nicht mehr vorhanden sind. Das kann in gründlich durchforsteten Wäldern, aber auch in Gärten der Fall sein.
Möchte man sicherstellen, dass der Nistkasten im eigenen Garten gut angenommen wird, ist auf eine naturnahe Gartengestaltung mit ausreichendem Futterangebot zu achten.

Insbesondere in Projektwochen zusammen mit Kindern und Jugendlichen wird im BUND Darmstadt auch selbst gebastelt. Dabei entstehen nicht nur Nisthilfen für Vögel, sondern auch für Insekten.
Der Nistkastenbau eignet sich hervorragend, um angehende Naturschützer*innen mit unserer Tierwelt und ihren Gefährdungen vertraut zu machen. Im Folgenden finden Sie darum Anleitungen für die eigene Umsetzung zuhause. Alternativ bieten auch verschiedene Fachfirmen fertige Nisthilfen oder Bausätze an.


 

Grundsätzliches

Materialien

Verwenden Sie 20 mm dicke, ungehobelte, unbehandelte Fichten- oder Tannenholzbretter, möglichst zertifiziert nach FSC.
Lärchenholz ist ebenfalls gut geeignet und zudem besonders witterungsbeständig.
Sperrholz oder Pressplatten sind dagegen ungeeignet.
Eine Alternative zu Nistkästen aus Holz ist Holzbeton (Rezept siehe unten). Dieser ist haltbarer als Holz und selbst hergestellt nicht teurer.
Der Boden des Nistkastens sollte mindestens 14x14 cm betragen.

Verwenden Sie Schrauben anstatt Nägel. Das erspart nicht nur zusätzliches Verleimen, es erleichtert auch die Kontrolle und Reinigung im Herbst.

Um den Kasten vor der Witterung zu schützen, können Teerpappe oder Folien angebracht werden. Dabei sollte auf genügend Abstand und Durchlüftungsmöglichkeiten geachtet werden, um Schimmel- oder Fäulnisbildung zu verhindern.
Außenwände von Holz- oder Holzbetonnistkästen können mit Leinöl bestrichen werden.
Nutzen Sie reine Naturfarben, lösemittelfrei und ohne Petrochemie – sie sollten auch für Spielzeug für Kinder unter drei Jahre zugelassen sein. Verzichten Sie auf herkömmliche Holzschutzmittel, da sie die Gesundheit der Vögel beeinträchtigen können.

Standort

Zum Anbringen der Halbhöhle eignen sich geschützte, für Katzen und Marder möglichst unzugängliche Orte an Hauswänden, auf Balkonen oder an Schuppen und Gartenhäuschen. Hängen Sie den Nistkasten, um ihn vor Neugierigen und Katzen zu schützen, am besten in etwa zwei bis drei Meter Höhe auf.
Das Einflugloch sollte weder zur Wetterseite (Westen) zeigen, noch sollte der Kasten längere Zeit der prallen Sonne ausgesetzt sein (Süden). Eine Ausrichtung nach Osten oder Südosten ist deshalb ideal.
Damit kein Regen eindringen kann, sollte der Kasten zudem niemals nach hinten, sondern eher nach vorne überhängen.

Bringen Sie die Nisthilfe am Besten im Herbst an. So können die Vögel den Kasten im Winter als Schlafplatz nutzen und sich mit ihrem möglichen Nistplatz vertraut machen.
Nistkästen mit gleich großer Einflugsöffnung sollten im Abstand von 10 bis 15 Metern aufgehängt werden. So ist gewährleistet, dass die brütenden Tiere auch genügend Nahrung für sich und ihren Nachwuchs finden.

Zur Befestigung an lebendem Holz sollten nach Möglichkeit keine Nägel oder dünnen Drähte verwendet werden – allenfalls Alu-Nägel, die den Baum nicht schädigen. Hängen Sie den Kasten mit einem festen Drahtbügel über einen Ast oder Aststummel und lehnen Sie ihn gerade oder leicht nach vorn gekippt an den Stamm.
Nur an windgeschützten Orten können Kästen auch frei an einem Seitenast aufgehängt werden.
 

Reinigung

Nistkästen sollten nach der Brutsaison gereinigt werden, denn in alten Nestern hausen häufig Flöhe, Milben oder Lausfliegen. Die Reinigung sollte im Spätsommer oder dann erst wieder im Februar vorgenommen werden, um Überwinterer wie zum Beispiel den Siebenschläfer nicht zu stören.
Es genügt, das alte Nest zu entfernen und den Kasten bei stärkerer Verschmutzung auszubürsten. Wer besonders gründlich sein möchte, kann den Kasten auch mit einer Kochsalzlösung aussprühen. Auf keinen Fall sollten Insektensprays oder andere Reinigungsmittel verwendet werden!
Kontrollen während der Brutzeit sollten nur selten und von erfahrenen Naturschützer*innen durchgeführt werden, um Brut und Aufzucht der Jungen nicht zu stören.

Rezept für Holzbeton

Eine Alternative zu Nistkästen aus Holz sind diejenigen aus Holzbeton. Sie halten mehrere Jahrzehnte und sind für die Bruten wegen des guten Temperatur- und Feuchtigkeitsausgleiches sehr gut geeignet.
Leider sind die im Handel erhältlichen Modelle oft relativ teuer – eine gute Alternative ist, den Holzbeton einfach selbst herzustellen!

Die Anleitungen wurden uns freundlicherweise von Reiner Haffer vom Vogelschutzverein Gönnern zur Verfügung gestellt.

fertiger Holzbeton-Nistkasten mit Maßen

Hier können Sie sich einen Bauplan für die Schalung eines Nistkastens aus Holzbeton herunterladen.

Werkzeuge und Zutaten

Zutaten:

  • drei Liter trockenen Zement
  • fünf Liter Späne von unbehandeltem Holz aus dem Sägewerk oder vom Schreiner. Bestens geeignet sind unbehandelte, mittelgrobe nicht zu faserige Späne, wie sie auch in Tierhandlungen als Katzen- oder Kleintierstreu angeboten werden.
  • ca. 2,1 Liter Wasser
  • ca. 80 Gramm CaCl2 (Calciumchlorid) aus der Apotheke

Werkzeug und sonstige Materialien:

  • eine Plastikschüssel von etwa zehn Liter Fassungsvermögen
  • eine Plastikschüssel von etwa fünf Liter Fassungsvermögen
  • Gummihandschuhe und Schutzbrille
  • Plastikfolie zum Trennen und Abdecken und/oder Öl (Salatöl oder ähnliches als Trennmittel)
  • einiges an Werkzeugen wie Feile, Schraubendreher, feine Säge usw.
  • Scharniere und Schrauben
  • eine Gießform: diese lässt sich – je nach Verwendungszweck – beispielsweise aus Resten von Abflussrohren oder Blumenschalen herstellen. Wasserfeste Schalplatten für Vogelkästen sind im Baumarkt erhältlich.

 

Herstellung:

1. Den Zement mit den Holzsägespänen in der 10-Liter-Schüssel trocken vermengen.

2. Das CaCl2 (Calciumchlorid) in der 5-Liter-Schüssel im Wasser auflösen.

3. Nach sorgfältigem Durchmischen der Trockenmaterialien das Flüssigkeits-Gemisch hinzugeben. (Das CaCl2 dient als Abbindungsbeschleuniger der schnelleren Verhärtung des Zements.)

4. Der frische Holzbeton hat nun eine Konsistenz wie feuchte Blumenerde und kann sorgfältig in die Formen eingestampft werden.

5. Die gefüllten Formen mit einer Plastikfolie abdecken – diese verhindert vorzeitiges Austrocknen.

6. Nach einem halben bis einem Tag hat der Holzbeton bereits eine beachtliche Festigkeit und ist soweit abgebunden, dass die Gießlinge vorsichtig ausgeschalt werden können. Schrauben Sie dazu die Vorderwand der Dachform ab und hebeln Sie den Dach-Gießling behutsam aus seiner Verschraubung.

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