Kreisverband Darmstadt
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Tipps für den ökologischen Garten

Hier finden Sie einige Tipps und Hinweise für das nachhaltige und ökologische Gärtnern – egal ob im Nutzgarten, im Vorgarten, auf dem Balkon oder auf der Terrasse.

Die wichtigsten Regeln

Garten ohne Gift

Die erste Regel im (Nutz-)Garten lautet: Kein Gifteinsatz!
Das heißt kein Gift gegen Tiere und Pflanzen, keine Insektizide (z.B. Neonicotinoide), keine Pestizide (Stichwort Glyphosat), keine Fungizide!

Stellen sich Blattläuse am Gemüse, Mehltau an den Stachelbeeren oder Rost an Birnbaumblättern ein, so ist meistens ein falscher Standort oder falsche Pflege der Pflanzen die Ursache.
Sie können vorbeugen, indem Sie insbesondere bei Obstgehölzen schon beim Kauf auf restistente Sorten gegen Mehltau und Blattkrankheiten achten.

Grundsätzlich gilt, dass die Lage des Gartens – insbesondere die Anzahl der Sonnenstunden, die vorhandene Beschattung durch Gebäude und/ oder vorhandene Gehölze – bestimmt, welche Arten oder Sorten in Ihrem Garten die Chance haben, gesund und kräftig zu wachsen. Manchmal muss auf bestimmte Sorten oder Arten verzichtet werden.

Mehr Informationen auf der Seite des BUND Bundesverbandes: www.bund.net

Kein Torf im Garten

Die zweite Regel lautet: Kein Torf im Garten!
Torfhaltige Blumenerden und torfhaltige Erden für den Garten zerstören Moore und Klima – dennoch besteht ein Großteil der handelsüblichen Gartenerden leider bis zu 90 % aus Torf.

Von den jährlich in Deutschland verbrauchten zehn Millionen Kubikmeter Torf entfallen circa 25 % auf Freizeitgärtner*innen. Mittlerweile wird ein zunehmender Teil des in Deutschland verwendeten Torfs in baltischen und russischen Hochmooren industriell abgebaut. Torf ist aber alles andere als ein schnell regenerierbarer Rohstoff: Er wächst jährlich nur etwa einen Millimeter. Der heute innerhalb weniger Monate abgebaute Torf aus Hochmoorflächen ist in über 10.000 Jahren aufgrund von Ablagerungen von nicht oder nur wenig zersetzten Torfmoosen entstanden. Durch den Abbau von Torf werden signifikante Mengen der klimawirksamen Gase Kohlenstoffdioxid, Distickstoffmonoxid und Methan emittiert – dies trägt wiederum zur globalen Erwärmung bei.
Zudem zerstört der Torfabbau Habitate diverser bedrohter Pflanzen- und Tierarten: Dem rundblättrigen Sonnentau, dem schmalblättrigen Wollgras und Libellenarten wie der Hochmoor-Mosaikjungfer wird zunehmend der Lebensraum entzogen.

Torffreie Erde ist eine wichtige und sinnvolle Alternative, die überwiegend aus Kompost, Rindenhumus und Holzfasern besteht und ein ausgeglichenes Verhältnis von Stickstoff, Phosphat und Kalium enthält.
Einige der viel beworbenen Eigenschaften von Torf, etwa dass er sich günstig auf den Boden auswirke, relativieren sich in der Praxis: Die Beimischung von Torf trägt zu einem hohen Säuregehalt des Bodens bei, den wiederum eine Vielzahl unterschiedlicher Pflanzen nicht verträgt. Neben einer geringen Düngewirkung ist Torf zudem nach der Austrocknung kein guter Wasserspeicher mehr. Dies führt wiederum zu einem erhöhten Wasserbedarf der mit Torf angereicherten Erde.

Komposterden aus eigener Herstellung oder aus regionalen Kompostwerken sind sinnvolle Alternativen zu torfhaltigen Erden. Mit der Entscheidung zum Erwerb von torffreier Erde für Garten und Balkon leisten Sie einen aktiven Beitrag zur Erhaltung der Moore und somit zum Klima- und Umweltschutz.
Achtung: Achten Sie beim Kauf der Erden explizit auf Bezeichnungen wie „torffrei“ oder „ohne Torf“. Handelsübliche Erden werden bisweilen als „torfreduziert“ oder „torfarm“ etikettiert – den so beworbenen Erden wird allerdings häufig noch bis zu 60 % Torf beigemischt.

Hinweise für die korrekte Anlage eines Gartenteiches gibt es auf folgender Seite:

Gartenteich bauen

 

Wie Sie der in Darmstadt beheimateten Zauneidechse in Ihrem Garten einen Lebensraum schaffen können, erfahren Sie hier:

Eidechsen

 

 

Mehr Tipps für torffreie Gärten im BUND-Einkaufsführer:

Broschüre „BUND-Einkaufsführer für torffreie Erden“

Wildgehölze

Besonders in naturnahen Gärten bieten sich heimische Fruchtgehölze wie Weißdorn, Heckenkirsche oder Wacholder an. Diese ziehen eine Vielfalt von Vogelarten sowie Wildbienen und Schmetterlinge an.

Hier eine kleine Auswahl heimischer Arten, die Sie in Ihren Garten oder Vorgarten integrieren können:

Gemeine Berberitze (Berberis vulgaris)

Gemeiner Wacholder (Juniperus communis)

Elsbeere (Sorbus torminalis)

Kornelkirsche (Cornus mas)

Roter Hartriegel (Cornus sanguinea)

Schlehe (Prunus spinosa)

Vogelbeere (Sorbus aucuparia)

Weißdorn (Crataegus)

Wildapfel (Malus sylvestris)

Neophyten meiden

Viele Menschen kennen den Unterschied zwichen heimischen Arten und sogenannten Neophyten (nicht-heimischen Arten) gar nicht – unsere Schmetterlinge, Wildbienen sowie weitere Tiere allerdings schon.

Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) stellt auf der Website FloraWeb eine Reihe entsprechender Daten zur Verfügung. Hier eine kleine Auswahl aus den Erhebungen zu Raupenfutterpflanzen heimischer Schmetterlingsarten:

  • Roter Hartriegel: 15 Schmetterlingsarten (davon 5 bedroht)
    Weißer Hartriegel: eine Schmetterlingsart (nicht bedroht)
  • Eingriffeliger Weißdorn: 8 Schmetterlingsarten
    Lavalls Weißdorn (lederblättriger): 0 Schmetterlingsarten
  • Gemeiner Wacholder: 10 Schmetterlingsarten (davon eine bedroht)
    Chinesischer Wacholder: 0 Schmetterlingsarten
  • Schwarze Heckenkirsche: 5 Schmetterlingsarten (davon 4 bedroht)
    Tartarische Heckenkirsche: 2 Schmetterlingsarten (davon eine bedroht)
  • Vogelbeere: 27 Schmetterlingsarten (davon 12 bedroht)
    Bastardmehlbeere: 0 Schmetterlingsarten

Der Vergleich zwischen heimischen Wildpflanzen und deren exotischem Pendant zeigt schnell: Wer unsere Tierwelt schützen will, setzt auf heimische Wildpflanzen!

Saatgut und Gehölze aus biologischem Anbau

Herkömmliches Saatgut wird oft mit Neonicotinoiden behandelt bzw. gebeizt. Die Wirkstoffe gelten beispielsweise als eine Ursache für das weltweite Bienensterben.
Bei der Erzeugung von Bio-Saatgut dagegen wird auf chemische Dünge- und Schädlingsbekämpungsmittel verzichtet. Zudem ist es nicht gentechnisch erzeugt. Unabhängige Kontrollstellen überwachen, ob die strengen ökologischen Richtlinien eingehalten werden.

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Bienen im Lavender

Darum: Verwenden Sie biologisches Saatgut und schaffen Sie Vögeln und Insekten ein reichhaltiges und pestizidfreies Angebot im Garten oder auf dem Balkon!

 

Als Bezugsquellen für samenfestes und ökologisch konsequentes Saatgut (Gemüse-, Kräuter- oder Blumensamen) sind u.a. folgende Anbieter empfehlenswert:

Eine umfangreiche Aufstellung von Anbietern sowie viele weitere Informationen zur biologischen Gartenpflege finden Sie auf der Seite des BUND Lemgo.

In der Darmstädter Umgebung haben wir zudem mit folgenden Anlaufstellen für den Bezug heimischer Wildgehölze aus ökologischem Anbau gute Erfahrungen gemacht:

Als qualifizierte Bezugsstellen für Wildpflanzen und Saatgut empfehlen wir weiterhin die Fachbetriebe unseres Kooperationspartners Naturgarten e.V..

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