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Wespen und Hornissen

Wespen sind besser als ihr Ruf: Sie bestäuben Pflanzen und halten andere Kleintiere fern. Im Folgenden erhalten Sie Tipps und Hinweise, wie man sich mit den schwarz-gelben Insekten arrangieren kann.

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Wissenswertes über Wespen

In Deutschland gibt es 16 Arten der so genannten staatenbildenden, sozialen Faltenwespen. In besiedelten Bereichen kommen meist nur sechs davon vor. Lästig werden dem Menschen dabei nur zwei: die „Gewöhnliche Wespe“ und die „Deutsche Wespe“.

Wespen leben nur einen Sommer lang. Alle Wespen verlassen im Herbst ihr kunstvoll aus klein gekautem Holz und Speichel gebautes Nest und sterben. Nur junge Königinnen suchen sich eine geschützte Unterkunft zum Überwintern. Auch sie kommen aber im darauf folgenden Frühjahr nicht zum alten Nest zurück, sondern gründen mühevoll einen neuen Wespenstaat.

Wespen und die zur Familie gehörenden Hornissen haben eine wichtige Funktion im Ökosystem. Bis zu 3.000 Fliegen, Mücken, Raupen, Motten, Spinnen und andere Kleintiere vertilgt ein kleiner Wespenstaat am Tag. Darüber hinaus bestäuben Wespen Pflanzen, beseitigen frische Tierkadaver und dienen anderen Tieren als Nahrungsgrundlage. Sie tragen nicht nur zur Schädlingsbekämpfung bei, sondern verhindern auch die Ausbreitung von Krankheiten.
 

Nützlinge unter besonderem Schutz

Wespen und Hornissen sind äußerst nützlich, meist harmlos und haben ihren festen Platz im Naturgefüge, daher sind sie grundsätzlich wie alle wilden Tiere geschützt.
Wespen dürfen laut § 39 Absatz 1 Bundesnaturschutzgesetz nicht ohne vernünftigen Grund in ihrer Entwicklung gestört oder gar getötet werden.
Hornissen stehen nach der Bundesartenschutzverordnung (§ 44 Bundesnaturschutzgesetz) sogar unter besonderem Schutz: Für eine Nestumsiedlung muss es einen wichtigen Grund geben, sie darf nur durch sach- und fachkundige Personen durchgeführt werden und es muss zuvor eine Genehmigung bei der zuständigen Naturschutzbehörde eingeholt werden. Die Abtötung eines Hornissenvolkes ohne Sondererlaunis stellt einen strafbaren Gesetzesverstoß dar, der mit sehr hohen Geldstrafen geahndet wird.

 

Wespenberatungsstellen:

Beratungs- und Umsiedlungsangebot des BUND Darmstadt:

Brigitte Martin
Telefon 06151 37931
E-Mail brigitte.martin(at)bund.net

Liste mit Wespenberater*innen des Landkreises Darmstadt-Dieburg und der Stadt Darmstadt:

Service und Beratung

 

Mehr Informationen zu Umsiedelungen

Wespen schützen

Richtiges Verhalten im Umgang mit Wespen

Vorsichtsmaßnahmen

  1. Im Freien keine Speisen ohne Abdeckung stehen lassen – Düfte ziehen an
  2. Insbesondere Getränkebecher abdecken und aus sehr dünnen Strohhalmen trinken
  3. Wespen mögen den Geruch von Zitronen und Nelkenöl gar nicht: (selbstgebastelte) Dekorationselemente aus Zitronenscheiben und Gewürznelken halten die Tierchen darum fern
  4. Im Sommer nicht ohne Schuhe über Wiesen laufen
  5. Über Kinderwägen helle Tüllgardine anbringen und verschmierte Kindermünder öfter säubern
  6. Helle Kleidung wirkt beruhigend
  7. Starke Duftstoffe (Haarspray, Parfüm, Rasierwasser etc.) vermeiden: sie gaukeln süße Nahrung vor und locken dadurch Wespen an
  8. Perlenvorhänge und Flatterbänder vor Terrassentüren und Fliegendraht vor Fenstern anbringen (schützen auch vor Fliegen und Schnaken)

Einzelne Wespen

  • Einzelne lästige Wespen können in einem umgestülpten Glas gefangen und später wieder freigelassen werden – Wespen können sich, anders als Bienen, nicht gegenseitig über Nahrungsangebote informieren.
  • Wespen, die sich auf der nächtlichen Jagd ins Zimmer verfliegen, erleichtert Licht ausschalten den Weg nach draußen. Auch sie können mithilfe eines Glases und Pappdeckels vorsichtig gefangen und freigelassen werden.
  • Bereitgestellte Futterstellen (beispielsweise Fallobst) lenken die Insekten vom eigenen Esstisch ab.
ein mit Honig und Ahornsirup gefüllter Apfel als Ablenkungsfutterstelle

Verhaltensregeln in der Nähe eines Wespennestes

  1. Ruhig und langsam bewegen, damit sich die Wespen nicht angegriffen fühlen
  2. Die Flugbahn zum Einflugloch nicht verstellen
  3. Das Einflugloch nicht anpusten
  4. Nestbereich nicht erschüttern: in den Brutzellen hängt der „Nachwuchs“ kopfüber und würde herausfallen

Wespen und Hornissen stechen nur, wenn sie sich oder ihr Nest bedroht fühlen. Richtiges Verhalten in Nestnähe löst 80 Prozent der befürchteten Konflikte von alleine.

Was tun bei Stichen?

Für Personen, die nicht allergisch sind, wird es erst ab mehr als 100 Stichen pro Kilogramm Körpergewicht wirklich gefährlich – egal ob von Wespen, Bienen, Hummeln oder Hornissen. Die panische Angst, die viele schon beim Anblick eines Wespennestes oder einer einsamen Hornisse überfällt, ist somit rein medizinisch unbegründet. Allerdings sollte man schon ab ca. 20 Stichen den Arzt aufsuchen.

Wichtig ist:

  • Ruhe bewahren
  • wenn vorhanden, einen Hitzestift (erhältlich in der Apotheke oder dem Drogeriemarkt) auf die Stichstelle drücken: die Hitze über 50°C zersetzt das Eiweiß des Insektengifts
  • Sofortmaßnahme: Spucke auf den Stich geben – nicht aussaugen!
  • anschließend Stichstelle kühlen
  • bei Stichen im Mund-Rachenraum bis zum Eintreffen des Arztes Eis lutschen
  • Allergiker*innen mit erhöhten Beinen in Schocklagerung bringen, warm halten, beruhigen und bis zum Eintreffen des Notfallrettungsdienstes nicht alleine lassen

 

Hilfe bei Notfällen:

Giftnotrufrettungsdienst Mainz:
Telefon 06131 19240

Rettungsdienste: bundeseinheitlich unter der Telefonnummer 112

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