Planung des Teichs
Materialien
Die meisten künstlichen Teiche werden um eine Dichtung nicht herumkommen. Es bietet sich eine spezielle Teichfolie an – am besten eine aus kautschukähnlichem Material wie EPDM. Bitte keine aus PVC nehmen!
Für gemauerte Teiche ist eine kombinierte Abdichtung aus wasserfestem Beton und Lehm möglich. Lehm bietet sich besonders an, wenn das Grundwasser hochsteht und eine dauerhafte Durchfeuchtung (wegen der Dichtheit) gegeben ist. Trocknet Lehm aus, wird er rissig.
An den Teichrändern ist die Kapillarwirkung des Gewässers zu beachten (sogenannter Dochteffekt): Hier sollte die Folie ein paar Zentimeter über die umgebende Erde stehen gelassen und mit Steinen etc. kaschiert werden.
Einzuplanen sind vor der Abdichtung auch Brücken oder sonstige Aussichtsplattformen, da diese nicht die Teichsohle belasten dürfen (Gefahr des Undichtwerdens).
Gegen kleine Steine im Boden hilft ein Wurzelschutzflies unter der Folie. Auch über der Folie kann eines gegen zu stark durchdringende Pflanzenwurzeln angebracht werden.
Engmaschiger Draht (mindestens an den Rändern unter Flies und Folie) ist gegen Wühlmäuse wirksam.
Als Untergrund sollte möglichst magere Pflanzerde (z.B. lehmiger Sand) verwendet werden – humusreiche Gartenerde würde übermäßiges Algenwachstum begünstigen.
Standort
Gartenteich in der Sonne
(Rita Köhler / pixelio.de)
Der Teich sollte möglichst offen in der Sonne bis Halbschatten liegen, mit genügend Abstand zu Bäumen und Sträuchern, damit von diesen im Herbst nicht zu viel Laub in den Teich fällt. Natürlich sind auch reine „Schattenteiche“ möglich, aber dort wird sich eine geringere Artenvielfalt einstellen.
Die Teichgröße richtet sich nach dem zur Verfügung stehenden Platz: Große Teiche mit mehr als 20 Quadratmetern Fläche bieten mehr Möglichkeiten als kleine, nur wenige Zentimeter lange und breite.
Das Gefälle sollte 30 Grad nicht überschreiten, da steile Ufer Erde abrutschen lassen.
Da die Wenigsten als natürlichen Zufluss einen Bach oder eine Quelle in ihrem Garten haben, kann der Teich auch mit Dachablaufwasser gespeist werden, das beim Einlaufen in einer Schilfuferzone vorgeklärt wird. Ein Überlauf sollte dem Haus abgewandt über einer im Boden eingegrabenen Schotter- und Kiesschüttung im Garten erfolgen.
Uferzonen
idealer Querschnitt eines Gartenteichs
Die Skizze zeigt einen Querschnitt mit...
- flacher Nass- und Sumpfzone (Wasserstand von 0 bis 10 cm)
- einer Flachwasserzone von 20 bis 30 cm
- einer Tiefenzone von über 50 cm
Diese Aufteilungen mit großen Uferzonen schützen vor unbeabsichtigtem Hineinfallen von Menschen und Tieren. Darüber hinaus bieten sie Lebensraum für viele verschiedene Pflanzen mit speziellen Ansprüchen.
In vielen größeren Baumärkten werden Fertigteiche aus Kunststoff relativ preiswert angeboten. Auch hier sollten Teiche mit großzügigen Uferzonen bevorzugt werden.
Besonders wenn damit gerechnet werden kann, dass Molche oder Frösche aus der näheren Umgebung zuwandern, so sollte der Teich zumindest an einer Stelle eine Tiefe von ca. 80 Zentimetern aufweisen. Dies verhindert, dass er in strengen Wintern ganz bis zur Sohle durchfriert oder in heißen Sommern austrocknet.
Eine Tauchwasserzone von 150 bis 200 cm Wasserstand lässt sich nur in großen Teichen verwirklichen.
Kindersicherung
In einem Garten, der als Spielwiese für (kleine) Kinder dient, sollte der Teich durch einen mindestens meterhohen großmaschigen Drahtzaun großzügig umgrenzt werden. Der Zaun kann z. T. durch Stauden oder Trockenmauern kaschiert werden.
Einige Maschen unten sollten versteckt entfernt werden, um z.B. Igeln einen bequemen Durchlass zu ermöglichen.
ungeschützte Teiche können besonders im Winter zugefroren eine Gefahr darstellen
(Rolf Blanc / pixelio.de)
Pflanzenauswahl
Weiße Seerose
Gerade unter Sumpf- und Wasserpflanzen gibt es einige sich sehr schnell verbreitende Arten, die andere leicht unterdrücken. In kleineren Teichen sollten diese entweder ganz weggelassen oder zur besseren Kontrolle in Töpfen eingesetzt werden.
Hier eine kleine Auswahl heimischer Pflanzen am und im Wasser (in Klammern Blütenfarbe und -zeitraum):
Nass- und Sumpfzone
- Blutweiderich (leuchtend dunkelrosa, Juli-September)
- Goldfelberich (gelb, Juni-August)
- Pfennigkraut (gelb, Mai-September)
- Rohrglanzgras (wuchert schilfartig, Juni-August)
- Sibirische Schwertlilie (blau, Juni)
- Straußfarn (wuchert leicht, Juli-August)
- Sumpfdotterblume (gelb, April)
- Sumpfschwertlilie (gelb, April-Mai)
- Sumpfvergissmeinnicht (hellblau, Mai-September)
- Sumpfwolfsmilch (gelb, Mai-August)
- Trollblume (gelborange, Mai-Juni)
- Wasserdost (purpurrot, Juli-September)
- Wasserminze (rot-violett, Mai)
Flachwasserzone
- Bachehrenpreis (blau, Mai-Oktober)
- Blumenbinse (weiß-rosa, Juni-August)
- Kalmus (gelb-braun, Juni-Juli)
- Fieberklee (weiß, Mai-Juni)
- Froschlöffel (weiß, Juni-September)
- Igelkolben (grün-weiß, Juni-August)
- Pfeilkraut (weiß, Juni-August)
- Schmal- und breitblättriger Rohrkolben (wuchert, Juli-August)
- Schilf (wuchert, Juni-August)
- diverse Seggen (horstbildenden und wuchernde Arten, Mai-Juli)
- Sumpfbinse (wuchert, Juli-August)
- Sumpfblutauge (blutrot, Juni-Juli)
- Sumpfsimse (braun, Juli)
- Tannenwedel (wuchert unscheinbar grün, Juni-August)
- Winter- und Sumpfschachtelhalm (wuchern, Juni-September)
Tiefenzone
- Froschbiss (weiß, Juli-August)
- Gelbe Teichrose/ Mummel (gelb, Mai-August)
- Krebsschere (weiß, Juni-August)
- Seekanne (gelb, Juli-August)
- Wasserlinsen (Vorsicht: kann ganze Teiche bedecken)
- Weiße Seerose (weiß, Juni-September)
Unterwasserpflanzen:
- Frühlingswasserstern (unscheinbares Polster auf Teichgrund, April-September)
- Hornblatt (unscheinbar, Juni-September)
- Wasserfeder (weiß-rosa, Mai-Juni)
- Tausendblatt (wuchert rosa, Juni-September)
- Wasserschlauch (goldgelb, Juli-August; fleischfressend)
Tiere
Tiere kommen von selbst
Holt man anfangs nur ein paar Eimer Wasser aus einem schon bestehenden Gewässer, so bewirkt diese „Initialzündung“ schon eine rasche Besiedelung mit Kleintieren. Unter den ersten zufliegenden Tierarten sind oft bereits auffällige Libellenarten, Wasserkäfer, Rückenschwimmer-Wanzen und Köcher- und Eintagsfliegen, die ihre Eier an Stängeln und Blättern im und am Wasser ablegen. Auch Wasser- und Schlammschnecken siedeln sich rasch an.
Zur Reinhaltung und Filterung des Wassers können Sie im Fachhandel für Anglerbedarf ein paar Teichmuscheln kaufen. Diese arbeiten über Jahrzehnte kostenlos für Ihren Teich.
Auf nicht heimische Tiere – zum Beispiel aus dem Terrarium – muss dagegen im Naturgarten verzichtet werden: Nordamerikanische Schmuckschildkröten und Ochsenfrösche sowie Kröten und Frösche tropischer Regionen gehören nicht in den Garten. Oft genug wandern diese ab und werden der heimischen Tierwelt gefährlich, da sie hier keine natürlichen Feinde besitzen und die kleineren heimischen Verwandten dezimieren.
Frösche, Kröten, Molche und deren Larven (Kaulquappen) oder Laich der Natur zu entnehmen ist nach dem Naturschutzgesetz verboten und macht auch keinen Sinn: Bei günstiger Lage des Teiches stellen sie sich von selbst ein – wenn nicht, so stimmt die Umgebung nicht.
Oft sind für viele Arten die Gärten zu trocken oder das naturnahe Gartenidyll reicht nicht für eine ganze Population.
Achtung: Umliegende Straßen, Treppenabgänge, Keller- und Kanalschächte können für die Amphibien zu Todesfallen werden!
Bitte keine Fische!
Wasserläufer: auch ohne Fische stellt ein Gartenteich ein faszinierendes Biotop dar
Bei Gartenteichen unter 20 Quadratmetern Wasserfläche sollte auf Fische ganz verzichtet werden, da diese nicht nur eventuellen Amphibienlaich sondern auch alle Libellenlarven und sonstiges Kleintierleben auffressen. Zudem machen Fische machen durch Wühlen das Wasser trübe.
Für den größeren Naturteich ab 40 Quadratmetern sollten höchstens heimische Kleinfischarten gewählt werden. Dazu gehören der Stichling, das Moderlieschen oder der Bitterling – Letzterer ist für seine Fortpflanzung auf das Vorhandensein von der das Wasser filternden Teichmuschel angewiesen.
Achtung: Auch sogenannte „Friedfische“ dezimieren Amphibien und Kleintiere erheblich.
Die weit verbreitete Mär, dass nur Fische gegen die Vermehrung von Stechmücken helfen, ist nicht richtig: Neben Wasserkäfern und ihren Larven tragen auch Libellenlarven erheblich dazu bei, dass sich diese von Menschen nicht geliebten Tierchen (die zudem in der Nahrungskette im Teich und beispielsweise auch für Vögel einen wichtigen Beitrag leisten) zur Plage auswachsen können.
Hinweise zu Pflege und Gestaltung
Übermäßiger Algenwuchs am Anfang sollte vorsichtig abgefischt werden, um Nährstoffe zu entziehen.
Stängel und Samenstände können über den Winter stehengelassen werden: Dies erfreut zum einen Vögel und andere Samenfresser, zum anderen fördern aus dem Wasser ragende Stängel die Belüftung – auch unter einer Eisdecke.
Auf Technik in Form von (Umwälz-)Pumpen und Springbrunnen kann auch im Sommer verzichtet werden, solange keine Fische im Teich sind bzw. der Teich für diese groß genug ist. Die Bewegung stört die anderen Kleintiere sowie viele Teichpflanzen.
Beleuchtung ist zwar für den Betrachter eventuell reizvoll, aber bedeutet oft eine tödliche Falle für Nachtinsekten.
Alternativen
Bei Platzmangel eignen sich bereits preiswerte „Maurerbütten“ aus dem Baumarkt als Mini-Biotope. Diese weisen eine erstaunliche Langlebigkeit auf und können – bepflanzt mit heimischen Wasserstauden – auch im Winter draußen stehen gelassen werden.
Durch verschieden hohe oder auf Steine gestellte Blumentöpfe können Wassertiefen simuliert werden. Oft eignet dieser Trick sich auch zum Herausstellen besonderer Pflanzen-Raritäten, welche im großen Teich schlecht gesehen oder auch leicht gefressen werden.
Die Mini-Biotope können im Hof, auf der Terrasse oder auf dem Balkon leicht untergebracht werden.
Auch kleinere Fertigteiche aus dem Baumarkt können mit heimischem Grün bepflanzt werden. Sie locken Hummeln, Schmetterlinge und Libellen an und dienen oft auch als Vogelbad.