Geschichte des Darmstädter Umweltdiploms
Das Aktionsprogramm zum Darmstädter Umweltdiplom wird seit 2003 jährlich für Kinder der Darmstädter Schulen in den Klassen vier bis sechs angeboten.
Bis 2009 war das Umweltdiplom im Verantwortungsbereich des Agenda-Büros, seitdem in der Obhut des Umweltamtes Darmstadt. Hier werden alle Veranstaltungen von Vereinen, Institutionen, Privatleuten und Betrieben koordiniert.
Erstmals 2003 verlieh die damalige Umweltdezernentin Daniela Wagner die Urkunden zum Umweltdiplom, anschließend in den Folgejahren bis einschließlich September 2009 der scheidende Ökodezernent der Stadt, Klaus Feuchtinger. Diplome wurden an diejenigen Kinder verliehen, die an sechs Veranstaltungen aus dem großen Programmangebot teilgenommen hatten.
2010 übernahm diese Aufgabe Oberbürgermeister Walter Hoffmann, 2011 die Nachhaltigkeitsdezernentin Brigitte Lindscheid, 2015 und 2016 war nach deren Wechsel an die Spitze des Regierungspräsidiums Darmstadt die damalige Dezernentin Cornelia Zuschke zuständig.
Seit 2017 übernimmt Sozial- und Umweltdezernentin Barbara Akdeniz diese Aufgabe gerne.
Gleich bleibt jährlich die Verleihung der "Diplom-Urkunde" – mittlerweile an Kinder, die vier Teilnahmen vorweisen können – nebst einem kleinen Geschenk, das ebenso wie die zahlreichen und in der Regel kostenfreien Aktivitäten durch Sponsoren ermöglicht wird.
Resonanz
2008 schrieb das Agenda-Büro in einem Zwischenbericht:
„Die Kinder erhalten mit dieser Initiative, die das ökologische und soziale Bewusstsein und Handeln fördert und vor allem Wissen über konkrete Natur- und Umweltschutzmaßnahmen vermittelt, die Möglichkeit, sich für den nachhaltigen Schutz ihrer natürlichen Lebensgrundlagen zu interessieren und einzusetzen. Ferner können sie mitwirkende Organisationen und Einrichtungen kennen lernen, die im Umweltschutzbereich aktiv sind bzw. ressourcenschonende Technologien einsetzen. Zugleich kann mit dem „Darmstädter Umweltdiplom“ eine Zusammenarbeit der lokalen Akteure im Natur- und Umweltbereich erreicht werden. Diese Akteure, die vielfältige Aktivitäten anbieten, können sich mit dem „Darmstädter Umweltdiplom“ Kindern, Eltern sowie der Öffentlichkeit präsentieren und in einen offenen Dialog über Umweltthemen treten.
[...]
Veranstaltungen aus dem Bereich „Tiere“ und aus dem naturwissenschaftlich-technischen Bereich sowie Veranstaltungen mit kreativem Charakter erfreuten sich großer Beliebtheit. Hierbei tendierten Mädchen eher zu Tier-Projekten, Jungen hingegen bevorzugt zu technischen Veranstaltungen. Künstlerisch-kreative Projekte wurden gleichermaßen bevorzugt. [...] Projekte mit überwiegend botanischem Hintergrund wurden weniger nachgefragt."
Der BUND reagierte auf diesen Umstand damit, dass in seinen Ausschreibungstexten Tiere, etwas für Tiere tun und Natur erleben in den Vordergrund gestellt wurden. Bei den Veranstaltungen selbst aber ist es dann letztendlich jedem Kind klar, dass es ohne (bestimmte) Pflanzen, die beispielsweise Insekten anziehen, keine Tiere geben kann.
Weiter hieß es:
„Die Veranstaltungen stießen sowohl von Seiten der Elternschaft als auch seitens der Kinder auf positive Resonanz. Besonders hervorzuheben ist hierbei die große Angebotspalette sowie die kostenfreie Teilnahme. Knapp 40 Prozent der Anmeldungen erfolgte im Hinblick auf die Erlangung des Umweltdiploms. Bei den übrigen Anmeldungen war ein individuelles Interesse an ausgesuchten Veranstaltungen ohne das Ziel des Erreichens des Umweltdiploms erkennbar. Viele Kinder, die schon im vergangenen Jahr das Diplom erlangten, nahmen im Folgejahr oft an ganz interessegeleiteten Einzelprojekten teil (hier besonders Kinder der 6. Klassen). Das Feedback der Kinder nach dem Besuch der Veranstaltungen war durchweg positiv.“
Angebote des BUND
Der BUND Darmstadt war und ist von Anfang an dabei. Er hatte von 2003 in zwölf verschiedenen Terminen bis 2008 sechs verschiedene Veranstaltungsangebote vorbereitet, die von 235 Kindern (in 2005 von 150 Kindern) wahrgenommen wurden.
Im Jahr 2009 kam als siebtes Angebot des BUND Darmstadt das Beobachten von Zauneidechsen und das Bauen eines Biotopes für sie hinzu. Schon nach kurzer Zeit waren alle Kurse restlos ausgebucht. Über 300 verschiedene Kinder besuchten 2009 die mittlerweile 22 BUND-Termine.
2010 waren es sieben verschiedenen Angebote in 27 Veranstaltungen, die von mehr als 350 (verschiedenen) Kindern besucht wurden. 2011 waren es in acht verschiedenen Angeboten (Radio machen zusätzlich) und letztendlich 32 Veranstaltungen mehr als 360 Kinder. 2014 bot der BUND 37 Veranstaltungen mit neun verschiedenen Angeboten an – neu hinzu kam der Besuch beim Imker. 2015 und 2016 freuten sich die Aktiven bei 38 Einzelterminen (von insgesamt 190 Veranstaltungsmöglichkeiten insgesamt beim Umweltdiplom) mit mehr als 450 verschiedenen Kindern beim BUND ebenfalls auf neun verschiedene Themen.
Dank einiger Sponsoren – insbesondere des pala-Verlages und der Stiftung zusammen wachsen – konnten besonders in diesen Jahren trotz des finanziellen Engpasses der Stadt alle Termine durchgeführt werden. Auch 2017 gab es wieder 38 BUND-Angebote zu neun Themen.
2019 gab es beim BUND ein neues Angebot: anstatt der beliebten Wasserforscher rund um die Arheilger Seewiese (buchbar für Gruppen) wurde beim Umweltdiplom eine Igelburg gebaut und die Lebensweise des Igels kennengelernt. Insgesamt waren es 2019 dann 39 Einzelveranstaltungen.
2020 musste das Umweltdiplom Corona-Pandemie-bedingt abgesagt werden. Nur einige Outdoor-Sonderveranstaltungen in Form von individuell durchführbaren Ralleyes und der Lieferung von Bausätzen und Anleitung für Wildbienennisthilfen fanden im Sommer statt. Neu war die Übernahme auch von individuellen Materialkosten durch die Stadt für die Kinder.
2021 wiederholte sich die Situation: Der BUND hatte nur noch Outdooor-Veranstaltungen im Programm und bot verstärkt Alternativangebote an. Erst zwei Wochen vor den Sommerferien waren wieder Präsenztermine möglich.
2022 gab es die Neuerung, dass auch im Klassenverband speziell gekennzeichnete Angebote gebucht werden konnten, um die Pandemiegefahr zu verringern. Davon wurde rege Gebrauch gemacht.
Auch 2023 fanden alle Angebote outdoor statt. Klassenangebote sollen auch in Zukunft über das Umweltamt buchbar sein.
Nicht wenige Kinder buchten bisher mehrere BUND-Veranstaltungen und kamen aus den Vorjahren wieder. Einige Kinder der Vorjahre kamen auch zu den gleichen Angeboten – ein Zeichen, dass es Spaß gemacht hat, und das Interesse an Umwelt- und Naturschutzthemen geweckt werden konnte.